Orchideen, Smaragdeidechsen und Aspisvipern | Bollenberg, Elsass, Frankreich

Zwischen dem Granitmassiv der Vogesen und der Rheinebene liegen Vorberge, die aus Kalkgestein aufgebaut sind. Einer davon ist der Bollenberg. Er besteht aus drei Hügeln und der Berggipfel liegt bei 363 Metern.

Die Hänge im Osten und Nordosten bestehen aus Ablagerungen von Löss, Mergel und Kalk. Die schwache durchschnittliche Niederschlagsmenge (400 bis 500 mm pro Jahr) kommt hauptsächlich von den heftigen Gewittern im Sommer, die die Trockenheit regulieren. Der Bollenberg ist der trockenste Kalkhügel in Frankreich.

Aufgrund des regenarmen und warmen Klimas und der wasserdurchlässigen Böden entstehen Trockenrasen, wie sie sonst vor allem im Mittelmeergebiet anzutreffen sind. Auf den Rasenflächen dominieren Schwarzdorn- und Berberitzen. Verschiedene Orchideenarten wachsen auf dem Trockenrasen.

Die oft dicht bewachsenen Lesesteinhaufen sind ein idealer Lebensraum für mehrere Reptilienarten. Die Bilder im Beitrag zeigen die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und die Aspisviper (Vipera aspis).

Aspisviper (Vipera aspis) | Kurzportrait

Kantige Kopfoberseite und aufgeworfene Schnauze. Giftschlange mit Giftzahnapparat.

Länge 60–70 cm, selten bis 90 cm. Senkrecht geschlitzte Pupille. Grundfarbe hellgrau, grau gelb, rotbraun, orange oder einfarbig schwarz (Melanismus).

Röhrengiftzähne. Das Gift ist etwas stärker als bei der Kreuzotter (Vipera berus). Die Schlange ist im Frühjahr und Herbst überwiegend tagaktiv, im Hochsommer eher dämmerungsaktiv.

Die Nahrung besteht aus Mäusen, Eidechsen und kleinen Vögel, die mittels Giftbiss getötet werden.

Die Art ist lebend gebärend (ovovivipar) und bringt im August/September 5-15 Junge zur Welt.

Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) | Kurzportrait

Hellgrüner Rücken. Kehle der Männchen blau während der Paarungszeit. Länge 30-40 cm.

Tagaktive, scheue und flinke Eidechse, die bei Gefahr in Spalten und Löcher flieht.

Die Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Schnecken und Würmern, gelegentlich aber auch aus jungen Reptilien und Vögeln. Früchte werden auch gefressen.

© 2017/2024 Uwe Schmidt

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