Der Bienenfresser, bunter Wanderer zwischen den Kontinenten

Der Bienenfresser (Merops apiaster) | Artenportrait

mit Bildern aus dem Nationalpark Neusiedler See, Burgenland, Österreich

Der Bienenfresser ist wohl der farbenprächtigste Vogel in Europa. Aber er ist nicht nur Europäer – er kommt aus Afrika zwecks Brut nach Europa und kehrt immer wieder zurück nach Afrika. Seine Integration auf beiden Kontinenten ist schon seit langer Zeit erfolgreich abgeschlossen und er bewegt sich völlig frei über alle Europäischen Grenzzäune sogar bis nach Österreich und Deutschland (Kaiserstuhl, Pfalz und Sachsen-Anhalt). Es wurden auch schon Exemplare in Dänemark gesichtet.

Die Bilder in diesem Blog sind alle im Wagram/Neusiedler See entstanden.

Mit seinen steilen, lehmigen und lössigen Wänden ist der Wagram ein wichtiges Brutgebiet für den Bienenfresser (Merops apiaster). Hier findet diese Art ideale Bedingungen vor, um nach der Rückkehr aus den afrikanischen Winterquartieren im Mai seine über einen Meter tiefen Nisthöhlen in die Steilwände zu graben und den Nachwuchs großzuziehen. Gleichzeitig konkurrieren Dohlen (Corvus monedula), die sich in fertigen Höhlen einnisten, mit dem Bienenfresser um dessen Lebensraum.

Wissenschaftlich betrachtet zählt der Bienenfresser zur Familie der Spinte (Meropidae) innerhalb der Ordnung der Rackenvögel (Coraciiformes).

Kennzeichen: 28 cm/60 g, Oberseite kastanienbraun, Unterseite türkis/grünlichblau, Kinn und Kehle leuchtendgelb, langer, abwärts gebogener Schnabel.

Nahrung: Große Insekten, bevorzugt Hautflügler, die im Flug gefangen werden.

Brut: Koloniebrüter in steilen Erdwänden. Die Röhren sind meist einen bis eineinhalb Meter, im Extremfall bis zu 2,7 Meter lang mit einem Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern, wobei das Einflugloch circa acht bis zehn Zentimeter misst. Am Ende der Röhre befindet sich die blasenförmig erweiterte Brutkammer. Neben den meist mehrere Meter auseinander liegenden, bewohnten Röhren befinden sich oft weitere, unfertig gebliebene. Die Grabarbeiten des Paares sind nach circa zwei bis drei Wochen abgeschlossen.

Brut Mai bis Juli, 5-7 Eier, Brut 20-22 Tage, Nest 31-33 Tage

Im Nationalpark werden alle paar Jahre die komplett durchlöcherten Wände abgegraben, da der Bienenfresser jedes Jahr eine neue Röhre bauen will. In die verlassenen Röhren ziehen andere Vogelarten gerne ein, wie z.B. Dohlen oder Sperlinge. Sogar Wildkaninchen konnte ich vor/in den erweiterten Röhren fotografieren.

Klima und Lebensraum: Der Bienenfresser profitiert eindeutig vom Klimawandel. Warme, trockene Frühjahre und Sommer schaffen Bedingungen, die dieser Vogelart sehr entgegen kommen. Offenes Gelände mit Büschen und niedrigen Bäumen werden bevorzugt.

© 2016 | Uwe Claus Schmidt

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