Nationalpark Neusiedler See – ein Hot Spot der Artenvielfalt

Zwischen den letzten Ausläufern der Ostalpen und dem Westrand der Ungarischen Tiefebene erstreckt sich seit 1993 Österreichs erster grenzüberschreitender Nationalpark: Am Steppensee und in dessen riesigem Schilfgürtel, an Salzlacken, auf Feuchtwiesen und auf Hutweiden, am sandigen Seedamm und im Niedermoor des Hanság (dt. Waasen) lebt eine Artenvielfalt, wie sie weiter westlich am Kontinent nicht zu finden ist.

Zentrum der Kulturlandschaft ist der Neusiedler See mit seinen für den Steppensee typischen Uferlandschaften, wie den breiten Schilfgürteln. Der Neusiedler See ist einer der wenigen Steppenseen in Europa und weist nur eine geringe Tiefe auf (1,2 – 1,8 m). Der See selbst hat eine Fläche – je nach Wasserstand – von durchschnittlich 320 km². Das Einzugsgebiet des Sees beträgt 1.120 km². Die Hauptausdehnung in nord-südlicher Richtung beträgt 36 km, die Breite zwischen 6 und 14 km.

Am Südende des Sees finden sich die Hanság, eine Niedermoorlandschaft, von denen heute nur mehr ein kleiner Teil vorhanden ist, da das Moor in den vergangenen Jahrhunderten durch ein Kanal- und Wassergrabensystem entwässert und zwischen 1870 und 1950 großflächig Torf abgebaut wurde. Nur kleinen Feuchtwiesenreste sind noch erhalten, darunter aber die sehr bedeutenden Kommissanten-Wiesen, die alljährlich im Frühjahr den Großtrappen, den schwersten flugfähigen Vögeln Eurasiens als Balzarena dienen. Fast schon ausgestorben zeigen die intensiven Schutzmaßnahmen erste Erfolge: Der Bestand der westpannonischen Großtrappe ist wieder am Wachsen. In diesem Gebiet befinden sich auch bedeutende Brutbestände der Sumpfohreule und des Blaukehlchens. Nicht brütende, aber signifikante Bestände zeigen Seeadler, Kornweihe, Kaiseradler, Rotfußfalke und Merlin.

Die Bilder zeigen typische Bewohner der Salzlacken sowie der Feuchtwiesen im Hansàg. Da viele Pflanzen- und Tierarten sich in Koevolution mit dem Menschen und seinen Haustieren entwickelt haben, zeige ich auch Bilder von typischen Haustieren wie Graue Ungarische Steppenrinder und weiße Esel, die das Aufkommen von Baum- und Strauchwuchs verhindern und die Landschaft z.B. für Bodenbrüter offen halten.

 

© 2016 | Uwe Claus Schmidt

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