Wildes Nordspanien – Bären, Geier, Orchideen und mehr

 

Eine der noch wilden Ecken Europas findet sich in Asturien/Nordspanien im Parque Natural de Somiedo. Das Biosphärenreservat  liegt im Zentrum des Kantabrischen Gebirges (Cordillera Cantábrica) und umfasst eine Fläche von 292 km² bei einer Besiedlungsdichte von 6 Personen/km².

Die Gegend ist ein echtes El Dorado für Naturliebhaber, Wanderer und Naturfotografen.

Eine große Vielfalt von Wäldern prägt den Naturpark bis zu einer Höhe von 1.700 – 1.800 Metern (höchster Berg ist der Cornón mit 2.194m). Die Buchenwälder von Saliencia, Valle und im nördlichen Bereich die Wälder in der Sierra de la Mesa gehören zu den besonders schönen Beispielen für diese waldreiche Naturlandschaft. Die Eichenwälder sind vor allem an den sonnigeren Berghängen zu finden. In den höheren Lagen finden sich einige Bergseen und hochgelegene Torfmoore mit einer reichhaltigen Pflanzenwelt.

In den rauen Landschaften des Naturparks mit seinen harten Reliefformen ist ein Großteil der iberischen Population an Europäischen Braunbären (Ursus arctos und Unterart Ursus arctos pyrenaicus) beheimatet. Auch diverse Adlerarten, Geier, Wölfe und Wildkatzen, Fischotter, Füchse und Dachse sind hier noch relativ zahlreich vertreten. Über 100 Vogelarten und etwa 20 Amphibien- und Reptilienarten kann der aufmerksame Beobachter ebenfalls antreffen.

Die erfolgreiche Beobachtung von Bären in der Natur ist für den unbedarften Besucher ohne Ortkenntnisse recht unwahrscheinlich. Deshalb konnten wir erst mit Hilfe von zwei einheimischen Naturführern mit umfangreichen Wissen und guter Vernetzung zwecks Austausch der aktuellen Standorte mehrere erfolgreiche Beobachtungen machen. Aus Entfernungen zwischen 300 und 800m konnten wir erst mit Spektiv und Fernglas die Tiere orten, um dann die Kameras entsprechend zu positionieren. Die Tiere halten sich immer in einem sehr schwer zugänglichen Gebiet auf, wo man sie meistens beim Grasen beobachten konnte (Bären ernähren sich zu 85% vegetarisch). Näheres Heranpirschen wäre sehr aufwändig, verbietet sich aber schon aus Artenschutzgründen. Das Beobachtungs-„Highlight“ war eine Bärenmutter mit zwei halbwüchsigen Jungen aus dem 2017er Wurf, die ihren Nachwuchs vehement gegen einen männlichen Bär verteidigte. So eine Szene gibt’s nicht alle Tage! Das stundenlange Warten, oft bei Nässe und Kälte hatte sich gelohnt.

© Bilder und Text Uwe Schmidt

 

 

 

 

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