Kirgistan | Eine ornithologische Reise im Land der Gebirge und Steppen

Warum reisen ornithologisch interessierte Menschen in das zentralasiatische Kirgistan, wo es dort doch deutlich weniger Arten als im tropischen Asien zu entdecken gibt? Die Frage ist einfach zu beantworten: weil diese Menschen auch Interesse haben an der grandiosen Natur in diesem faszinierenden Land, in dem Gebirge, Hochtäler, Steppen und Halbwüsten dominieren. Der durchschnittliche Mitteleuropäer wird schon durch die schiere Weite dieses meist dünn besiedelten Landes in seinen Bann gezogen. Insbesondere der zentrale Teil des Tien Schan Gebirge (Himmelsgebirge), Kernlebensraum der Kirgisen ist für mich der schönste und am wenigsten durch menschliche Besiedlung beeinträchtigte Teil dieses Gebirges. Die extremen klimatischen Bedingungen ließen nur eine dünne Besiedlung mit darin angepasster Nomadenkultur zu. Eingebettet in diese Hochgebirgslandschaft mit vielen Gipfeln über 5000 m sind Seen von atemberaubender Schönheit, allen voran der Issyk Kul, der größte Binnensee der Erde, mit einer Tiefe von bis fast 700 m.

Dieser postsowjetische, agrarisch geprägte Vielvölkerstaat mit seinen knapp 7 Mio. Einwohnern (auf ca. 50% der Fläche von Deutschland) wird nicht nur von Kirgisen bewohnt, die den größten Bevölkerungsanteil stellen. Es leben dort auch schon seit langem u.a. Usbeken, Tadschiken, Uiguren, Dunganen, Russen, Kasachen und Deutsche. Amtssprache ist Kirgisisch und Russisch ist die Sprache über die sich alle verstehen können. Durch die direkte Nachbarschaft zu China ist es auch ein wichtiges Transitland und Teil der neuen Seidenstraße. Die Chinesen sind an vielen Infrastrukturprojekten beteiligt, wie den Bau von Straßen und Bahnlinien.

Der Tourismus ist gerade im Aufbau und hat enorme Potentiale, insbesondere der Natur- und Bergtourismus. Es gilt zu hoffen, dass die Verantwortlichen das mit Augenmaß und Rücksicht auf die Natur tun.

Unsere Exkursionen dort fanden im nordöstlichen und östlichen Teil des Landes statt. Von den knapp 400 Vogelarten konnten wir innerhalb von 14 Tagen ca. 150 Arten entdecken und beobachten. Ein Teil davon kann man im Bildteil dieses Blogs sehen.

Landscape

Fauna

© 2024 | Bilder: Uwe Schmidt & Sylvia Zischewski | Text: Uwe Schmidt

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