Der Stieglitz – Vogel des Jahres 2016

Auch im Kraichgau hat sich der Bestand des Stieglitzes seit Beginn der 1990er Jahre fast halbiert aufgrund des fortschreitenden Strukturverlustes in unseren Landschaften und dem Verschwinden seiner Nahrungsflächen.

Er gehört zu den buntesten und beliebtesten Singvögeln in Europa. Aufgrund seiner Sangeskunst und seiner Farbenpracht war der Stieglitz bereits zur Römerzeit ein beliebter Stubenvogel. Auch bei uns hat der Fang der bunten Zwerge eine lange Tradition. Seit 1979 mit Inkrafttreten der EU-Vogelschutzrichtlinie sind Jagd und Fang aber endgültig verboten worden und seitdem strafbar.

Er zählt noch zu unseren häufigen Brutvögeln, doch es wird enger für diesen quirligen Finken.

Die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und der fortschreitende Flächenverlust gefährden seine Nahrungsgrundlagen. Der Rückgang der Ackersäume und –brachen, der Ruderalflächen aber auch der verbreitete Ordnungswahn in vielen unseren aufgeräumten Gärten macht ihm zu schaffen.

Steckbrief

Stieglitz (Carduelis carduelis) – Distelfink

Merkmale: Körperlänge 12 – 13 cm, Gewicht: 14 bis 19 g.

Lebensraum: Ursprünglich in lichten Wäldern und an Waldrändern. Heute in halboffenen, strukturreichen Landschaften. Besiedelt bäuerliche Siedlungen mit Obstbaumkulturen auf blumen- und artenreichen Wiesen ebenso wie Alleen, Feldgehölze, Hecken, innerstädtische Parks und Grünanlagen.

Nahrung: Reiner Vegetarier – Körnerfresser. Ernährt sich von halbreifen und reifen Samen zahlreicher Stauden, Gräser und Bäume entsprechend dem jahreszeitlichen Angebot. Im Herbst und Winter häufig an Distel (= Distelfink) und Karden zu beobachten.

Brutbiologie: nach einem Jahr geschlechtsreif. Monogame Saisonehe mit durchschnittlich zwei Jahresbruten. Balz im Februar und März. Brutzeit Ende März bis Juli. Nistet in Baumkronen oder Hecken in einem kleinen, napfförmigen Nest.

Verbreitung: Westeuropa bis Mittelsibirien, Nordafrika sowie West- und Zentralasien. Eingebürgert in Südamerika, Australien und Neuseeland. In Deutschland flächendeckend verbreitet mit teils deutlichen Dichteunterschieden.

Wie man ihm helfen kann:

Es ist Aufgabe der Naturschutzverbände, Maßnahmen zum Erhalt der Artenviefalt auf politischer Ebene durchzusetzen. Daneben kommt aber auch den privaten Gärtnern eine große Verantwortung zu. Hier ist ein dringendes Umdenken erforderlich. Nicht jedes „Unkraut“ muß ausgerupft oder gar weggespritzt werden. Lassen Sie ein paar „wilde“ Ecken in Ihren Gärten und mähen Sie nicht alles permanent. Wildkrautreiche Randstrukturen sollten erhalten bleiben. Partitielles Stehenlassen des Bewuchses im Winterhalbjahr sorgt für Nahrung, nicht nur für den Stieglitz.

NABU Animationsfilm zum Stieglitz

Eine Antwort zu “Der Stieglitz – Vogel des Jahres 2016

  1. Ganz tolle Bilder , großes Lob , Uwe ! Respekt ! Ich hoffe auf weitere schöne Naturfotos …
    Liebe Grüße Hans-Otto

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